Der HIPPO-Effekt und seine Auswirkungen

HIPPO-Effekt
In meinem Blogpost „Spielend zum Erfolg“ habe ich kurz den HIPPO Effekt erwähnt. Dieser Blogpost soll eine nähere Erklärung dieses Phänomens liefern.

Was ist der HIPPO Effekt?

Der HIPPO Effekt hat rein gar nichts mit dem Hippo der Tierwelt zu tun. HIPPO ist ein Abkürzung für „HIghest Paid Person’s Opinion“. Avinash Kaushik prägte diesen Begriff vor mehr als 10 Jahren in seinem Buch „Web Analytics: An Hour a Day“. Er sprach davon, dass, wenn eine schwierige Entscheidung zu fällen ist und nur wenige oder unzureichenden Daten vorhanden sind, diese meist auf Basis der Beurteilung des HIPPOs erfolgen.

Wer sind HIPPOs?

HIPPOs sind meist alteingesessene und „langdienende“ Personen einer Organisation. Häufig sind diese in der Hierarchie bereits weiter oben angesiedelt.
Ihr Wort hat Gewicht.

Warum ist der HIPPO Effekt problematisch?

In Zeiten, in denen sich die Gesellschaft und damit auch die Anforderungen an Organisationen sehr schnell ändern, ist man immer öfter – um es mit dem Cynefin Framework zu beschreiben – mit komplexen und chaotischen Situationen konfrontiert.
Um solche Situationen bzw. die daraus entstandenen Probleme zu lösen, braucht es das Wissen vieler Köpfe und nicht einzelner Personen.
Tritt jedoch der HIPPO Effekt auf, wird häufig eine Entscheidung getroffen, die nur von einer einzigen Person, aus einer einzelnen Perspektive, geprägt ist. Problematisch wird es dann, wenn der „Authority Bias“ zuschlägt. Der Experte tritt mit all seiner Erfahrung, seiner Erfolgsbilanz und seinem Standing in der Organisation auf, Mitarbeiter scheuen sich sehr oft davor, diesem Experten zu widersprechen. Innovationen bzw. Innovationsideen wird damit der Nährboden entzogen. Ein Nährboden, der aber in unserer aktuellen Geschäftswelt, unter Umständen Gold wert wäre.

Kann man dem HIPPO Effekt umgehen?

Ich denke ja, wenn
a) ein entsprechendes Bewusstsein dafür in einer Organisation vorhanden ist und
b) die Unternehmenskultur so geprägt ist, dass Rahmenbedingen gesetzt werden, um diesen Effekt ganz gezielt abzuschwächen.

 

Es ist wohl kein Zufall, dass Unternehmen wie Amazon, Lego, etc. immer wieder „crowd voting“ verwenden, um die richtigen Produkte zu selektieren bzw. Prioritäten zu setzen.

 

Für mich ist – wohl wenig überraschend für die LeserInnen meines Blogs – auch die LEGO® SERIOUS PLAY® Methode eine Möglichkeit den HIPPO Effekt zu reduzieren. Die Methodik und der Moderator als „Gesamtpaket“ unterstützen, dass a) alle (!) TeilnehmerInnen ihre Sichtweisen und Meinungen erläutern können und b) ein Ergebnis erarbeitet wird, zudem sich alle committen können.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code